Nasua nasua

Roter Nasenbär

Ordnung: Carnivora / Familie: Procyonidae / Gattung: Nasua

Was ist ein roter Nasenbär?

Der rote Nasenbär, auch als gewöhnlicher Nasenbär bezeichnet, ist ein Säugetier aus der Familie der Procyonidae. Zu dieser Familie gehören auch der Waschbär und der Kinkajou. Es gibt drei Nasenbärarten: den roten Nasenbär (Nasua nasua), den Weißrüssel-Nasenbär (Nasua narica) und den Bergnasenbär (Nasua olivacea).

Der rote Nasenbär umfasst 12 Unterarten, die sich in Farbe, Größe und geographischer Verbreitung unterscheiden.

Er verdankt seinen Namen der rostbraunen Farbe seines Fells sowie seinem langen, gelb geringelten Schwanz, der ihm als Gleichgewichtshilfe dient. Sein Schwanz, der fast so lang wie sein eigener Körper ist, kann je nach Individuum eine Länge von 32 bis 69 cm erreichen. Männchen sind in der Regel größer und schwerer als Weibchen. Sein langer Schwanz und seine nicht einziehbaren Krallen ermöglichen es ihm, leicht und geschickt auf Bäume zu klettern und sich darin zu bewegen. Er kann sein Fußgelenk umdrehen, um kopfüber einen Baum hinabzusteigen.

Das Wort „Coati“ bedeutet „lange Nase“ in der Guaraní-Sprache. Tatsächlich endet sein Kopf in einer langen, spitzen und beweglichen Schnauze, mit der er den Boden durchwühlen kann.

Gewicht

3,5 bis 6 kg

Lebensraum

Wälder und bewaldete Gebiete

Ernährung

Allesfresser (Insekten, Krebstiere, Eier, Pilze, Beeren, kleine Säugetiere, Reptilien)

Trächtigkeit

2 ½ Monate

Lebenserwartung

8 Jahre in der Natur, bis zu 15 Jahre in Gefangenschaft

Lebenserwartung

12-17 Jahre

Standort

Südamerika von Kolumbien bis in den Norden Argentiniens
Häufig gestellte Fragen

Wo lebt der rote Nasenbär?

Der rote Nasenbär lebt in Südamerika von Kolumbien bis in den Norden Argentiniens. Er kommt in 12 amerikanischen Ländern vor: in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Venezuela, Guyana, Französisch-Guayana, Paraguay, Peru, Suriname, Uruguay, Kolumbien und Ecuador.

Diese Art findet man in trockenen buschigen Wäldern, tropischen Wäldern, Graslandschaften sowie in Gebirgen bis 2.500 m Höhe. Je nach Lebensraum variiert die Population der Nasenbären in einer Region stark. Eine Galeriewaldfläche beherbergt zum Beispiel mehr Nasenbären pro km² als ein weniger dichter Tieflandwald.

Was frisst er?

Der Nasenbär ist ein Allesfresser und ernährt sich sowohl von Pflanzen als auch von Fleisch, das er am Boden oder in den Bäumen findet. Er liebt Früchte, Eier, Insekten, kleine Säugetiere, Eidechsen und sogar Aas.

Fortpflanzungsstrategie

Die Männchen stoßen während der Fortpflanzungszeit zu den Weibchen, die mit der Zeit zusammenfällt, in der das Angebot an Früchten am größten ist. Das Männchen, das sich der Gruppe anschließt, paart sich mit allen anwesenden Weibchen und kehrt dann wieder zu seinem Einzelgängerdasein zurück. Jedes Weibchen isoliert sich und baut anschließend ein rudimentäres Nest, das aus Zweigen, Ästen oder Lianen geflochten mit Blättern auf einem Ast besteht.

Der Nestbau, dessen Struktur dem eines Vogelnestes ähnelt, ist innerhalb der Ordnung der Fleischfresser ein eher seltenes Phänomen. Außerdem wurde beobachtet, dass die Herstellung dieser Nester nicht nur auf die Fortpflanzungszeit beschränkt ist. Sie werden auch tagsüber zur Ruhe oder zum Schlafen in der Nacht genutzt.

Das Weibchen bringt dort 3 bis 7 Jungtiere zur Welt, etwa 74 bis 77 Tage nach der Paarung. Bei der Geburt sind die Coatis haarlos, wiegen etwa 78 Gramm und haben die Augen geschlossen. Erst nach zehn Tagen öffnen sie die Augen, nach 20 Tagen beginnen sie zu laufen und mit etwa 30 Tagen können sie klettern. Fünf bis sechs Wochen später versammeln sich die verschiedenen Weibchen und ihre Jungen erneut, um sie gemeinsam aufzuziehen. Sie werden mit 4 Monaten entwöhnt und sind zwischen 2 und 3 Jahren geschlechtsreif.

Verhalten

Es handelt sich um ein tagaktives, halb baumbewohnendes Tier. Tatsächlich sucht der Rotnasen-Coati einen Großteil seiner Nahrung am Boden, ruht sich jedoch aus, pflanzt sich fort und bringt seine Jungen in den Bäumen zur Welt. Er besitzt einen außergewöhnlichen Gleichgewichtssinn, der sehr nützlich für seine Lebensweise ist. Neben seiner Kletterfähigkeit ist der Coati auch ein guter Schwimmer.

Er hat zudem einen sehr guten Geruchssinn, da er Nahrung aus bis zu 25 m Entfernung riechen kann.

Die weiblichen Coatis leben in Gruppen von mehr als 30 Tieren, während die Männchen meist Einzelgänger sind.

Wer sind seine Fressfeinde?

Rote Nasenbären haben zahlreiche Fressfeinde wie die Boa, den Jaguar, den Puma, den Ozelot oder auch einige Greifvögel.

Wodurch ist er bedroht?

Nasua spielen eine wichtige ökologische Rolle, da sie Schädlinge regulieren und die Samen der Früchte verbreiten, die sie fressen. Dennoch sind Nasua bei der lokalen Bevölkerung nicht immer beliebt. Dies ist eine Folge der Schäden an Feldern und Häusern, die sie bei der Nahrungssuche verursachen. Auch Angriffe (Bisse und Kratzer) von Nasua sind nicht selten. Zudem werden sie in manchen Regionen wegen ihres Fleisches oder Fells gejagt.

Außerdem gilt diese Art als invasiv: Sie wurde in Frankreich eingeführt, konnte sich dort aber zum Glück für unsere heimische Fauna nicht ansiedeln. Im Gegensatz dazu wurde sie auch in Chile eingeführt, wo sie sich sehr gut entwickelt und manche heimische Vogelarten gefährdet.

Da diese Art in freier Wildbahn noch recht häufig und zahlreich ist, gilt sie momentan nicht als vom Aussterben bedroht, leidet jedoch lokal dennoch unter Wilderei und der Zerstörung ihres Lebensraums.

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