Milvus milvus

Roter Milan

Ordnung: Accipitriformes / Familie: Accipitridae / Gattung: Milvus

Was ist ein Rotmilan?

Rotmilane sind leicht zu erkennen, besonders im Flug. Ihr Schwanz ist nämlich relativ lang und dreieckig geformt, und ihre Flügel haben große, von unten sichtbare weiße Flecken. Ihr Körper ist braun, der Kopf grau, der gelbe, lange und gebogene Schnabel ermöglicht es ihnen, das Fleisch der Beutetiere, die sie fressen, leicht zu zerreißen. Es gibt einen leichten Sexualdimorphismus, wobei die Weibchen etwas größer als die Männchen sind.

Gewicht

Männchen: 800-1200g, Weibchen: 1000-1300g

Lebensraum

Wald, Ebene, Wiese

Ernährung

Fleischfresser

Trächtigkeit

31-32 Tage

Lebenserwartung

Über 20 Jahre

Lebenserwartung

12-17 Jahre

Standort

Europa und Nordafrika
Häufig gestellte Fragen

Wo lebt der Rote Milan?

Die Mehrheit der Rotmilan-Populationen ist in Europa zu sehen, aber man findet ihn auch in Nordafrika. Deutschland, Schweden, die Schweiz, Spanien und Frankreich beherbergen etwa 90 % seines Bestands. Zur Jagd bevorzugt er offene Flächen wie Wiesen, Weiden und Felder. Zur Brut hingegen wählt er vor allem Waldgebiete als Lebensraum aus.

Was frisst er?

Diese Art ist opportunistisch, sie ernährt sich daher hauptsächlich von Kadavern. Sie frisst Aas von Haustieren, in der Nähe von Zuchtbetrieben oder auch von Wildtieren am Straßenrand. Darüber hinaus betreibt sie Kleptoparasitismus, indem sie anderen Vögeln die Beute stiehlt. Doch der Milan bleibt ein guter Jäger und ist in der Lage, kleine Säugetiere, Vögel und Insekten zu fangen, besonders während der Brutzeit, in der es wichtig ist, das Weibchen und die Jungen zu ernähren.

Zur Jagd fliegt der Rotmilan in niedriger Höhe, um jede noch so kleine Bewegung am Boden leicht auszumachen. Sobald er eine Beute entdeckt, stürzt er sich mit vorgestreckten Beinen darauf, um sie zu ergreifen.

Er ist außerdem in der Lage, kleine Beutetiere während überraschender Flugmanöver im Flug zu fangen.

Verhalten

Dieser Milan lebt entweder als Einzelgänger oder paarweise, kann sich aber zur Migration zu Gruppen zusammenschließen. Dann versammeln sie sich in Schlafplätzen in großen Bäumen, wobei sich dutzende oder sogar hunderte Individuen zusammenfinden. Die Milanpopulationen wandern entsprechend ihrer geografischen Verbreitung. Diejenigen, die in südlicheren Regionen leben, sind standorttreu. Die Milane aus den nördlichen Regionen ziehen in wärmere Gegenden, legen dabei aber nur kurze Strecken zurück und bleiben meist auf demselben Kontinent.

Die französischen Populationen des Rotmilans ziehen nicht.

Fortpflanzungsstrategie

Der Rotmilan ist monogam; wenn sich ein Paar bildet, bleibt es ein Leben lang zusammen, Männchen und Weibchen sind das ganze Jahr über ein Paar.

Im März beginnen sie mit ihren Balzflügen und vollführen dabei gefährliche Flugakrobatik. Beide Partner haken sich mit den Fängen ein und lassen sich dabei bis in die Baumkronen fallen, während sie sich drehen. Es kommt vor, dass einige Paare Schwierigkeiten haben, sich zu lösen, und beim Sturz ums Leben kommen. Selbst bereits bestehende Paare führen Balzflüge durch, um die Bindung zu festigen.

Das Paar baut dann sein Nest in 10 bis 15 Metern Höhe in Bäumen, wobei es gelegentlich alte Nester von Krähen oder Bussarden wiederverwendet. Im April legt das Weibchen dann 1 bis 3 Eier, die es fast alleine bebrütet. Hin und wieder wird es vom Männchen abgelöst, um die Flügel auszustrecken oder Nahrung zu suchen. Während der ersten 15 Tage nach dem Schlüpfen der Küken bringt das Männchen weiterhin Nahrung für das Weibchen und die Jungen. Studien haben gezeigt, dass das Jagdrevier des Männchens während der Brutzeit zwischen 5 und 500 km² variieren kann, abhängig vom Nahrungsangebot.

In der Folge jagen die Eltern gemeinsam, um den Bedarf ihrer Jungen zu decken. Nach 6 Wochen beginnen diese mit den ersten Flugversuchen und sind meist nach 7 bis 9 Wochen flugfähig. Sie verlassen das Revier der Eltern meist erst ein paar Tage oder Wochen später und genießen bis zuletzt, dass die Eltern ihnen weiterhin Nahrung bringen.

Die Geschlechtsreife wird zwischen 2 und 4 Jahren erreicht.

Was sind seine Fressfeinde?

Die Feinde des Rotmilans sind der Habicht, ein anderer Greifvogel, der Sperber und der Rotfuchs.

Wenn das Weibchen die Bedrohung bemerkt, warnt sie ihre Jungen, die sich dann tot stellen. Dies dient zum Beispiel dazu, den Fuchs zu täuschen, der sie für tot hält und plant, später zurückzukehren, um sie zu fressen.

Wodurch ist er bedroht?

Die Hauptbedrohung für den Rotmilan ist die gezielte Vergiftung von gelegentlichen Raubtieren von Wild und Vieh. Oder unbeabsichtigt durch Pestizide. Der Einsatz von Pestiziden gegen „Schädlinge“, die erhebliche Schäden an den Kulturen verursachen, bedroht Milane und andere Greifvögel. Diese Raubvögel, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, reichern Toxine an und sterben schließlich an Vergiftungen. In Schottland starben zwischen 1989 und 2006 40 % der untersuchten Vögel an Vergiftung.

Weitere Bedrohungen sind auch die Zerstörung von Wildlebensräumen zugunsten von Feldern oder Stromleitungen, was zu Kollisionen oder Stromschlägen führt.

Seit 2018 und für zehn Jahre wurde ein nationaler Aktionsplan umgesetzt. Diese Mobilisierung verschiedener Akteure ermöglicht es, bestehende Populationen zu stärken und deren Überlebensfähigkeit nachhaltiger zu gestalten. Viele Daten zur Migration, Ernährung oder Fortpflanzung dieser Art werden gesammelt, um die Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen zu verbessern.

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