Der Rotmilan ist monogam; wenn sich ein Paar bildet, bleibt es ein Leben lang zusammen, Männchen und Weibchen sind das ganze Jahr über ein Paar.
Im März beginnen sie mit ihren Balzflügen und vollführen dabei gefährliche Flugakrobatik. Beide Partner haken sich mit den Fängen ein und lassen sich dabei bis in die Baumkronen fallen, während sie sich drehen. Es kommt vor, dass einige Paare Schwierigkeiten haben, sich zu lösen, und beim Sturz ums Leben kommen. Selbst bereits bestehende Paare führen Balzflüge durch, um die Bindung zu festigen.
Das Paar baut dann sein Nest in 10 bis 15 Metern Höhe in Bäumen, wobei es gelegentlich alte Nester von Krähen oder Bussarden wiederverwendet. Im April legt das Weibchen dann 1 bis 3 Eier, die es fast alleine bebrütet. Hin und wieder wird es vom Männchen abgelöst, um die Flügel auszustrecken oder Nahrung zu suchen. Während der ersten 15 Tage nach dem Schlüpfen der Küken bringt das Männchen weiterhin Nahrung für das Weibchen und die Jungen. Studien haben gezeigt, dass das Jagdrevier des Männchens während der Brutzeit zwischen 5 und 500 km² variieren kann, abhängig vom Nahrungsangebot.
In der Folge jagen die Eltern gemeinsam, um den Bedarf ihrer Jungen zu decken. Nach 6 Wochen beginnen diese mit den ersten Flugversuchen und sind meist nach 7 bis 9 Wochen flugfähig. Sie verlassen das Revier der Eltern meist erst ein paar Tage oder Wochen später und genießen bis zuletzt, dass die Eltern ihnen weiterhin Nahrung bringen.
Die Geschlechtsreife wird zwischen 2 und 4 Jahren erreicht.