Was ist ein Mandrill?
Der Mandrill gehört zur Familie der Cercopithecidae, wie auch der Drill oder der Pavian. Sie gehören zu den Altweltaffen und leben nur in Eurasien und Afrika. Man unterscheidet sie von den Neuweltaffen durch ihre Morphologie. Die Altweltaffen haben eng stehende Nasenlöcher und einen nicht greiffähigen Schwanz, während die Neuweltaffen, die auf dem amerikanischen Kontinent leben, wie Krallenaffen oder Tamarine, diese Merkmale nicht aufweisen.
Er lebt in großen Gruppen, die als Horde bezeichnet werden, meist zwischen einigen wenigen Individuen bis zu etwa fünfzig. Die größte wurde in Gabun beobachtet, wo etwa 700 Mandrills ein Gebiet von 182 km2 bewohnten. Perfekt an ein Leben auf dem Boden angepasst, verbringt der Mandrill den Tag am Boden, um Nahrung zu suchen und die meisten sozialen Interaktionen auszuführen. Nachts sucht er Zuflucht in den Bäumen in der Höhe, um sich auszuruhen.
Die Sozialstruktur und die Kommunikation sind beim Mandrill offensichtlich sehr ausgeprägt. Dennoch ist das Tier schwer zu beobachten und es mangelt an Studien in diesem Bereich. Kürzlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der Mandrill in multimännlichen und multifemalen Gruppen lebt, im Gegensatz zu Pavianen oder Geladas, die in Harems leben (eine Gruppe von Weibchen und ihren Jungen, angeführt von einem dominanten Männchen). Diese Art von Gruppe begünstigt den Zugang zu Nahrung, den Schutz vor Fressfeinden sowie die Fortpflanzung.
Bei dieser Art gibt es einen starken Geschlechtsdimorphismus: Das Männchen ist doppelt so groß wie das Weibchen, mit einer ausgeprägteren Schädelstruktur und kräftigeren Farben. Beide besitzen jedoch einen gelben Bart, eine mit roten und blauen Streifen gefärbte Schnauze und ein blau-violett gefärbtes Hinterteil.
Die verschiedenen Farben ihres Körpers stehen im Mittelpunkt ihres sozialen Systems. Steigt ein Männchen in der Hierarchie auf, steigt auch sein Testosteronspiegel und die Farben werden intensiver. Umgekehrt, wenn ein Männchen an Rang verliert, werden die Farben blasser und sein Hormonspiegel sinkt. Ein weiteres Beispiel: Wenn die blaue Farbe ihres Hinterteils intensiver wird, ist das ein Zeichen von Erregung. Diese Kommunikationsform wird von visuellen, taktilen, olfaktorischen und akustischen Signalen begleitet. Zum Beispiel bedeutet das Gähnen Unzufriedenheit; schüttelt es Kopf und Schultern, ist das eine Einladung zur Fellpflege oder das Grimassieren, das Hochziehen der Lefzen, ein Zeichen der Beschwichtigung.




