Aonyx cinereus

Fischotter mit grauem Fell

Ordnung: Carnivora / Familie: Mustelidae / Gattung: Aonyx

Was ist ein Kurzkrallenotter?

n

Der Otter gehört zur Familie der Marder, also zu Wieseln, Dachsen, Iltissen oder Nerzen. Es gibt insgesamt 13 Otterarten auf allen Kontinenten außer Australien und der Antarktis. Der Kurzkrallenotter, auch asiatischer Zwergotter genannt, ist der kleinste unter allen Otterarten. Er wird zwischen 40 und 60 Zentimeter groß und wiegt 2 bis 5 Kilogramm. Zum Vergleich: Der Riesenotter wird bis zu 180 Zentimeter lang und wiegt etwa 30 Kilogramm.

n

Der Kurzkrallenotter ist auf der Körperoberseite und dem oberen Teil des Kopfes braun gefärbt. Der Bauch und der untere Teil des Kopfes sind hell. Sein Fell ist sehr dicht und besteht aus zwei Haarschichten. Die äußere Schicht besteht aus wasserdichten Haaren, die für Trockenheit sorgen, während die innere Schicht aus feineren Haaren besteht, die die Körperwärme erhalten. Zur Fellpflege betreibt der Otter regelmäßig ausgiebiges Putzen. Die Pfoten sind mit sehr kurzen Krallen versehen und nur teilweise mit Schwimmhäuten ausgestattet, wodurch sie sowohl an Land als auch im Wasser beweglich sind. Dies verschafft ihnen zudem eine deutlich bessere manuelle Geschicklichkeit im Vergleich zu anderen Otterarten mit vollständig geschwommenen Pfoten.

Gewicht

2,5 bis 5,5 kg

Lebensraum

Tropischer Wald, Süßwasserlebensräume

Ernährung

Fleischfresser

Trächtigkeit

2 Monate

Lebenserwartung

10-15 Jahre

Lebenserwartung

12-17 Jahre

Standort

Indien, Südchina, Südostasien, Indonesien, Malaysia, Philippinen
Häufig gestellte Fragen

Wo lebt der Fischotter mit grauem Fell?

Die Fischotter mit grauem Fell kommen in Indien, im Süden Chinas und in Südostasien, Indonesien, Malaysia sowie auf den Philippinen vor. Sie bewohnen Bäche, Süßwasserflüsse und Küstengebiete, wo sie es bevorzugen, ihren Bau in schlammige Ufer zu graben. Einige Populationen wurden auch in Sümpfen, Reisfeldern und Mangroven beobachtet.

Fortpflanzungsstrategie

Bei den Fischottern mit grauem Fell kann die Fortpflanzung das ganze Jahr über stattfinden. Kurz vor der Geburt richten Männchen und Weibchen gemeinsam ein gemütliches Nest für die Ankunft der Neugeborenen ein. Bis zu zweimal pro Jahr bringt das Weibchen einen Wurf von 1 bis 6 Jungtieren zur Welt. Bei der Geburt wiegen sie nur 50 Gramm und haben etwa 40 Tage lang die Augen geschlossen. Nach 3 Monaten beginnen sie zu schwimmen und nach und nach feste Nahrung zu sich zu nehmen. Die Eltern sowie andere Jungtiere in der Gruppe beteiligen sich an der Aufzucht der Kleinen.

Was frisst sie?

Als Fleischfresser jagen diese Otter sowohl an Land als auch im Wasser. Ihr Speiseplan besteht aus kleinen Säugetieren, Fischen, Amphibien und Wirbellosen. Beim Jagen im Wasser sind ihre empfindlichen Schnurrhaare, sogenannte Vibrissen, besonders hilfreich, um die Bewegungen einer nahen Beute wahrzunehmen. Im Gegensatz zu anderen Otterarten neigt der Zwergotter eher dazu, manche seiner Beutetiere mit den Pfoten statt direkt mit den Zähnen zu fangen. Sie graben auch gerne im Boden nach Krebstieren und Muscheln, die sie mit ihren kräftigen Kiefern problemlos knacken. Ältere und erfahrenere Individuen legen die Muscheln jedoch lieber in die Sonne und warten darauf, dass sie sich von selbst öffnen.

Dieses Tier hat eine hohe Stoffwechselrate, weshalb es seine Nahrung schnell verdaut. Um den Energiebedarf zu decken, muss der Zwergotter täglich etwa 20% seines Körpergewichts fressen.

Zwergotter können von Krokodilen oder Schlangen gejagt werden.

Verhalten

Dies sind soziale Tiere, die hauptsächlich tagsüber aktiv sind. Man sieht sie oft spielerisch auf Schlammbänken und im Wasser agieren. Familiengruppen bestehen aus etwa einem Dutzend Individuen und setzen sich aus einem ein Leben lang treuen Paar sowie deren Jungtieren mehrerer Generationen zusammen. Es sind die Weibchen, die dominieren; die Mutter steht dann an der Spitze der Hierarchie. Der Vater wird sogar von seinen eigenen Töchtern dominiert. All diese Tiere leben in einem Bau, der als „Catiche“ bezeichnet wird. Dieser Unterschlupf wird vom Paar in der Nähe eines Wasserlaufs und von Vegetation gegraben.

Zur Kommunikation nutzen diese Otter zahlreiche Lautäußerungen, Haltungen und Duftmarken. Zwölf mehr oder weniger durchdringende Rufe wurden identifiziert. Um die Bindungen zwischen den Artgenossen zu stärken, pflegen sich diese Otter gerne, spielen und ruhen gemeinsam. Außerdem markieren sie das Revier durch sogenannte „Epreintes“, den besonderen Namen für Otterkot, der Nahrungsreste wie Fischgräten oder Krabbenstücke zum Beispiel enthält.

Naturschutz

Diese Otter sind sowohl durch die Zerstörung ihres Lebensraums als auch durch die Verschmutzung der Gewässer bedroht. Beispielsweise setzt Plastik im Wasser schädliche Moleküle für die Umwelt und die Gesundheit frei, wie Bisphenol-A (BPA), das Unfruchtbarkeit verursacht.

Außerdem wird der Zwergotter weiterhin wegen seines Fells gejagt und ist als Haustier immer begehrter geworden. In vielen asiatischen Ländern sind Otter heute im Verkauf in Zoofachgeschäften oder in sogenannten Ottercafés zu sehen. Es wird geschätzt, dass die Population des Zwergotters innerhalb von 30 Jahren um mehr als 30% zurückgegangen ist.

Das Leben im Park

Im Zoo von Amnéville besteht unsere Gruppe aus zwei Weibchen. Sie leben zusammen mit unseren Orang-Utans sowie unseren Weißhandgibbons, denen sie gerne die Haare zupfen, um sie zu necken. Es ist nicht ungewöhnlich, sie mit Steinen in den Pfoten herumklettern zu sehen, um damit zu jonglieren und zu spielen.

Weitere Tiere entdecken