Der Sexualdimorphismus bei diesen Vögeln zeigt sich durch eine größere Körperfülle des Weibchens, wie übrigens auch bei vielen anderen Greifvögeln, sowie durch einen Farbunterschied im Gefieder. Das Männchen zeigt ein überwiegend weißes Gefieder mit sehr wenigen Flecken am restlichen Körper. Das Weibchen hingegen besitzt ein sehr stark schwarz geflecktes und gestreiftes weißes Gefieder an den Flügeln, dem Schwanz und dem Bauch.
Wie bei vielen Eulen besitzen die Schnee-Eulen einen Gesichtsschleier aus Federn, die so angeordnet sind, dass sie eine Art Parabel bilden, die es ermöglicht, die Geräusche zu verstärken und sie besser aufzufangen. Die Gehörgänge befinden sich im Schädel nicht auf gleicher Höhe. Diese versetzte Anordnung ermöglicht es, die Herkunft der Geräusche präziser zu bestimmen und dadurch die Beute besser zu orten.
Die Augen der Schnee-Eule sind gelb und bewegen sich nicht in ihren Augenhöhlen. Um die Umgebung betrachten zu können, muss dieser Vogel daher den Kopf drehen, um seine Umwelt einzuschätzen. Ihr binokulares Sehen ermöglicht es ihr zudem, Distanzen sehr gut einzuschätzen, um Beute fangen zu können.
Wie alle Eulen fliegt die Schnee-Eule lautlos. Diese Besonderheit ist durch die Federn möglich, deren Kanten mit kammartig angeordneten Federstrahlen (Barbulae) besetzt sind. Diese Anordnung hilft, das Geräusch während des Flügelschlags zu verringern.
Um eine Eule von einem Kauz zu unterscheiden, muss man auf das Vorhandensein kleiner Federn auf dem oberen Teil des Schädels achten, die als Federohren bezeichnet werden. Nur Käuze besitzen diese, bei Eulen fehlen sie vollständig. Bei der Schnee-Eule sind die Federohren tatsächlich vorhanden, aber sie sind klein und am Kopf angelegt und daher kaum sichtbar. Die Schnee-Eule ist also tatsächlich ein Kauz und keine Eule.