Anodorhynchus hyacinthinus

Hyazinth-Ara

Ordnung: Psittaciformes / Familie: Psittacidae / Gattung: Anodorhynchus

Was ist ein Hyazinth-Ara?

Wie sein Name schon sagt, ist der Hyazinth-Ara von Kopf bis Schwanzspitze blau-violett gefärbt; nur die Unterseite der Schwungfedern und des Schwanzes sind dunkelgrau. Die Haut um seine Augen sowie an der Basis seines Unterschnabels ist leuchtend gelb. Diese Bereiche sind übrigens ein gutes Mittel, um die Jungvögel zu erkennen, denn bei diesen sind sie matter, weiß oder hellgelb gefärbt. Beine und der kräftige Schnabel des Hyazinth-Aras sind schwarz. Was seine Größe angeht, ist er der größte Papagei der Welt und erreicht mit Schwanz eine Länge von über einem Meter sowie eine Flügelspannweite von mehr als 1,30 m. Er hat zudem den kräftigsten Schnabel aller Papageien. Diesen nutzt er, um zu fressen, sich fortzubewegen, zu klettern und an Bäumen zu hängen wie mit einem dritten Fuß. Äußerlich gibt es keinen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen.

Der Hyazinth-Ara ist beim Publikum sehr beliebt und wird oft mit dem blauen Papagei aus dem Animationsfilm „Rio“ verwechselt. Dabei handelt es sich aber um zwei verschiedene Arten. Im Film steht der Spix-Ara im Mittelpunkt, der kleiner ist und ein helleres blau-graues Gefieder besitzt. Eine andere Art ähnelt dem Hyazinth-Ara ebenfalls sehr, das ist der Lear-Ara, den man nur an seiner kleineren Größe unterscheiden kann.

Gewicht

1,2 - 1,7 kg

Lebensraum

Tropischer Regenwald, Savanne

Ernährung

Körnerfresser

Trächtigkeit

25 - 28 Tage

Lebenserwartung

50 Jahre

Lebenserwartung

12-17 Jahre

Standort

Tropischer Regenwald Südamerikas.
Häufig gestellte Fragen

Wo lebt der Hyazinth-Ara?

Die Population des Hyazintharas ist im Zentrum Südamerikas konzentriert. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Norden Brasiliens bis zum Osten Boliviens und dem Norden Paraguays. Man findet sie in halboffenen Lebensräumen wie Baum-Savannen oder Galeriewäldern.

Fortpflanzungsstrategie

Dieser Papagei hat den Ruf, ein Gentleman zu sein. Tatsächlich bilden zwei Individuen ein Leben lang ein Paar. Danach machen sie alles zusammen: essen, schlafen und sogar fliegen. Die Brutzeit findet von Juli bis Dezember statt, das Nest wird in einer Höhle eines lebenden oder toten Baumes in 10 bis 25 Metern Höhe angelegt. Ist das Nest zu tief, legt das Paar Holzstücke hinein, damit die zukünftigen Jungen leichter den Eingang des Nests erreichen können. Das Weibchen legt in der Regel zwei Eier. Die Reproduktionsrate ist sehr gering, von 100 Paaren übersteigt die Zahl der Geburten pro Jahr nicht 25. Das vom Männchen gefütterte Weibchen bebrütet die Eier die meiste Zeit, und zwar 25 bis 30 Tage lang. Die Jungen sind Nesthocker und bleiben über 100 Tage im Nest ihrer Eltern. Zu diesem Zeitpunkt beginnen sie ihre ersten Flugversuche und werden ab einem Alter von 18 Monaten vollkommen unabhängig. In diesem Alter schließen sich die jungen Tiere meist mit anderen jungen Hyazinth-Aras zu Gruppen zusammen. Die Geschlechtsreife wird erst mit 6 bis 10 Jahren erreicht.

Verhalten

Dieser sehr gesellige Vogel lebt während der Fortpflanzungszeit entweder allein oder als Paar, kann aber für den Rest des Jahres kleine Familiengruppen oder Schwärme mit bis zu 20 Individuen bilden. Die Anzahl der Vögel in einer Gruppe variiert je nach Region, in denen der Hyazinthara vorkommt. Beim Umherziehen bleiben die einzelnen Mitglieder der Gruppe stets über starke Rufe miteinander in Kontakt. Nachts und in Ruhephasen schlafen die jungen Aras sowie partnerlose Tiere häufig auf demselben Baum, der als Schlafplatz dient. Dort finden zudem zahlreiche soziale Interaktionen statt. Die Vögel rufen, putzen sich gegenseitig und spielen miteinander.

Der Hyazinthara kann in freier Wildbahn fast 50 Jahre alt werden und in Gefangenschaft sogar 60 Jahre.

Was frisst er?

Seine Ernährung besteht hauptsächlich aus Palmnüssen, aber auch aus Früchten oder anderen Samen. Durch seinen imposanten Schnabel ist er in der Lage, mühelos viele harte Früchte zu öffnen, die er von den Bäumen pflückt oder auf dem Boden sammelt. Außerdem ist es nicht selten, dass dieser Papagei in den Ausscheidungen von Vieh, wie z.B. Kühen, nach unverdauten Samen sucht. Diese Art bewegt sich häufig in Gruppen auf Nahrungssuche – ein Individuum übernimmt dann die Rolle des Wächters und schlägt bei der geringsten Gefahr Alarm.

Schutz

Das Einfangen von Individuen zum Weiterverkauf an Privatbesitzer in den 1980er Jahren war eine der größten Bedrohungen für die Art. Nicht weniger als 10.000 Individuen wurden so gefangen. Leider besteht der Handel heute in geringerem Maße weiter. Die Abholzung wirkt sich ebenfalls auf die Lebensweise der Hyazinth-Aras aus. Sie benötigen nämlich alte Bäume mit Höhlen zum Nisten, doch diese werden immer seltener. Dennoch spielen die Hyazinth-Aras dank ihrer großen Fähigkeit, jede Art von Schalenfrüchten zu knacken, eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen und somit bei der Regeneration ihres Ökosystems.

Heute leben noch etwa 6.000 Vögel in freier Wildbahn; 90 % dieser Population lebt im Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Welt, das für das Überleben dieser Art wesentlich ist.

Wer sind seine Fressfeinde?

Die Hauptfeinde des Hyazinth-Ara sind Nasenbären, Eichelhäher und auch Tukane, die sich hauptsächlich von deren Eiern ernähren, die sie direkt aus dem Nest nehmen.

Entdecken Sie weitere Arten: Flachlandtapir, Kaiserschnurrbarttamarin, Lisztäffchen, Patagonische Seelöwe, Kalifornischer Seelöwe, Mähnenwolf, Riesenameisenbär, Steinadler, Waschbär, Puma, Vielfraß, Jaguar, Schneeeule, Humboldt-Pinguin, Grüner Ara.

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