Aquila nipalensis

Steppenadler

Ordnung: Accipitriformes / Familie: Accipitridae / Gattung: Aquila

Was ist ein Steppenadler?

Der Steppenadler zeichnet sich durch ein einheitlich tabakbraunes Körpergefieder, eine hellere Kehle und einen rötlichen Fleck im Nacken aus. Die Handschwingen und Steuerfedern sind blassbraun mit schwarz gebänderter grauer Färbung. Schnabel und Beine sind gelb. Das Auge hat eine dunkle Färbung. Es gibt bei dieser Art nur einen gering ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, da der einzige Unterschied darin besteht, dass das Weibchen kräftiger gebaut ist als das Männchen.

Die Jungvögel unterscheiden sich von den Erwachsenen. Sie haben ein graubraunes Gefieder mit rötlichen Flecken auf den Schultern. Die Flügelunterseite ist rostrot und weist ein weißes Band auf. Das Erwachsenengefieder beginnt im zweiten Lebensjahr zu wachsen.

Gewicht

2,4–3,9 kg

Lebensraum

Steppe, halbwüstenartige Gebiete

Ernährung

Fleischfresser

Trächtigkeit

40–45 Tage

Lebenserwartung

30–40 Jahre

Lebenserwartung

12-17 Jahre

Standort

Europa, Afrika, Asien.
Häufig gestellte Fragen

Wo lebt er?

Er bewohnt trockene und halbwüstenartige offene und freie Lebensräume, die die Jagd erleichtern.

Sein geografisches Verbreitungsgebiet ist groß, da er in Europa, Asien und Afrika vorkommt. Sein wissenschaftlicher Name Aquila nipalensis bezieht sich übrigens auf Nepal, das er ebenfalls bewohnt.

In den Sommermonaten sind diese Greifvögel in den Steppen Russlands, Kasachstans, Chinas, der Mongolei sowie der Türkei zu finden, wo das Klima und die Ressourcen die Fortpflanzung ermöglichen.

Schon zu Beginn des Herbstes ziehen diese Vögel in mildere Regionen, um dort zu überwintern.

Die europäischen Populationen und die aus dem Osten Kasachstans ziehen in den Nahen Osten, auf die Arabische Halbinsel und nach Ostafrika. Die asiatischen Populationen hingegen wandern nach Südostasien.

Es gibt zwei Unterarten des Steppenadlers: Aquila nipalensis orientalis und Aquila nipalensis nipalensis. Die Unterart A.n. orientalis zieht meist nach Afrika, während die Unterart A.n. nipalensis nach Südostasien zieht.

Was frisst der Steppenadler?

Dieser Greifvogel kann auf verschiedene Weise jagen, dank seiner kräftigen Krallen. Entweder gleitet er in großer Höhe und stürzt sich im Sturzflug auf seine Beute, oder er wartet lauernd auf einem hohen Ast vor dem Bau der Beute. Schließlich kann er am Eingang eines Baus warten und der herauskommenden Beute nachlaufen. Im Sommer ernährt er sich hauptsächlich von einem kleinen Nagetier namens Europäischer Ziesel. Er kann auch andere Säugetiere, Insekten, Vögel und Reptilien fressen. Im Winter ernährt er sich von Wühlratten, Termiten und kleinen Sperlingen, die als Rotnasenarbeiter bezeichnet werden.

Verhalten

Der Steppenadler ist ein Zugvogel. Während seiner Zugreisen meidet er das Überqueren von Meeren. Er verlässt zwischen August und November die Lebensräume, in denen er brütet, um sich in mildere Gegenden zu begeben. Zwischen Januar und Mai verlässt er die Überwinterungsgebiete, um in die Regionen zurückzukehren, in denen er brütet.

Es ist ein Greifvogel, der die meiste Zeit des Tages am Boden verbringt. Sein Flug ist schwerfällig und er schlägt die Flügel langsam.

Fortpflanzungsstrategie

Zum Nisten suchen Steppenadler Hügel oder Berge von geringer Höhe auf. Meist wird das Nest direkt am Boden oder auf einem Strauch gebaut, um eine gute Übersicht über die Umgebung zu haben. Das Nest ist eine Ansammlung von Zweigen, deren Boden mit kleinen Ästchen und verschiedenen Materialien ausgelegt ist. Das Nest hat etwa einen Durchmesser von einem Meter. Das Weibchen legt 1 bis 3 Eier, die dann 45 Tage lang bebrütet werden. Bei der Geburt haben die Küken einen weißen Flaum, der mit der Zeit dunkler wird. Im Alter von etwa 2 Monaten verlassen die Jungvögel das Nest.

Bedrohungen und Schutz

Diese nach IUCN als gefährdet eingestufte Art ist durch zahlreiche menschliche Aktivitäten bedroht. Die europäischen Populationen sind sogar als vom Aussterben bedroht eingestuft. Dieser Greifvogel kommt in Westeuropa nur noch nomadisch vor und ist aus Rumänien, Moldawien und der Ukraine verschwunden. Die Hauptbedrohung bleibt die Umwandlung der Steppen in Ackerland, wodurch ihnen ihre Jagdgebiete entzogen werden. Leider sterben viele Individuen durch Kollisionen mit Stromleitungen oder Windkraftanlagen sowie durch Vergiftungen mit Pestiziden. Diese Art scheint auch durch Diclofenac, ein nichtsteroidales Entzündungshemmer, das in der Tiermedizin verwendet wird, beeinträchtigt zu werden. Manche Studien deuten sogar darauf hin, dass der Rückgang der über Israel ziehenden Individuen seit 1986 nach dem Atomunfall von Tschernobyl zeigt, dass Steppenadler durch radioaktive Kontamination betroffen wurden.

Deshalb werden viele Projekte für Schutzmaßnahmen vorgeschlagen. Der erste Schritt ist die Einrichtung großer Naturschutzgebiete und geschützter Zonen in den verbleibenden europäischen Grassteppen. Stromleitungen und Windkraftanlagen müssen ebenfalls mit Schutzeinrichtungen ausgestattet werden, um tödliche Kollisionen zu vermeiden. Außerdem sollte die Forschung über die Auswirkungen von Diclofenac auf die Umwelt und die Steppenadler vertieft werden, um seine Verwendung zu verbieten.

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